Marina Skalova: DER STURZ DER KOMETEN UND DER KOSMONAUTEN

aus dem Französischen von Marina Skalova und Frank Weigand

            Ein Stück über Liebe, dieses « oberflächlichste und ungenaueste Wort », wie Bernard-Marie Koltès als Motto des Stückes sagt.

Drei Tage, vier Nächte – und ein paar Milliarden Lichtjahre – auf den Strassen von Berlin nach Moskau, wo Vater und Tochter versuchen, einander zu verstehen. Vielleicht. Ein bisschen.

Der Vater, Doktorand in der UdSSR, hat in Frankreich, kurz vor dem Fall der Berliner Mauer, keine interessante Arbeit gefunden und musste sich mit temporären Aufenthaltsgenehmigungen herumschlagen. Das vermeintliche Paradies hat sein Versprechen nicht gehalten. Heute ist er Geschäftsmann, Import-Export – das heisst, dass er in Westeuropa für russische Kunden Autos kauft und diese nach Russland fährt. Die Tochter, zweite Einwanderergeneration, als Kind nach Frankreich gekommen, hat nur noch lückenhafte Erinnerungen an ihre ersten Lebensjahre in der Sowjetunion. Sie arbeitet an ihrer Dissertation, ist voll integriert, hat aber nur wenig Verständnis für die Probleme und die Sichtweise des Vaters – der ihr wiederum ihr allzu französisches Wesen vorwirft. Vor der Wende war alles einfach: Es gab die Sowjetpropaganda und diejenige aus dem Westen. Und da man erstere als Lüge ansah, glaubte man zwangsläufig, dass letztere die Wahrheit sei. Die Tochter (er)lebt jedoch heute einerseits eine Ernüchterung, andererseits eine Befreiung: Der Westen ist auch kein Paradies, aber sie profitiert von den Möglichkeiten und der Freiheit der neuen Epoche. Eine Freiheit, die den Vater, der nie gelernt hat, aus Dutzenden von Wurstsorten oder Uniabschlüssen auszuwählen, überfordert.

Stückweise, durch freie Assoziation, erzählt der Vater seine Geschichte, die Geschichte der Familie, vor und nach dem Umzug in den Westen. In parallelen Monologen von Vater und Tochter erfahren wir auch einiges über das, was sie einander nicht sagen, was sie aber beschäftigt: Er möchte in Moskau nicht nur Autos verkaufen, sondern auch seine Einsamkeit mit einer jungen Mascha-Irina-Julia-Olga-Tatjana-…, die er über ein Dating-Portal kontaktiert, vergessen. Sie versucht, mit dieser Reise eine fehlgeschlagene Liebesgeschichte zu vergessen. Der Dialog ist nicht einfach, aber auch wenn sie sich oft streiten, kommen sie sich etwas näher. Ein letzter, diesmal reeller, Crash auf der Landstraße Minsk-Mogilev, um Punkt 12 Uhr « sprengt die Familienkonstellationen »: Ende der Familie, Vater und Tochter sind atomisiert. In der nächsten Szene treiben « Er » und « Sie » im Weltraum – wie auch Phrasen und Sätze, die sie durchs Stück hindurch gesagt haben: Remix Vater, Tochter und ihre Worte. Fazit: « Wir werden allein geboren wir sterben allein die restliche Zeit basteln wir Pflaster ».

Das Stück ist in einer rhythmischen und musikalischen Sprache geschrieben, und, wie bei einer Partitur, zeigt die Typographie Veränderungen in Rhythmus und Skandierung an. So sind etwa die beiden Szenen « Kata-Strophen I&II » und « Kata-Strophen III » in Textblöcken geschrieben: Vater und Tochter reden in einer Art « Stream of consciousness » aneinander vorbei, in diesen Texten ist der Klang der Worte wichtiger als ihre Aussage, wo die Bilder und Metaphern (Parallelen zwischen Drogen und Liebe, Anziehung und Abstossung von Planeten und Menschen, Endorphine und Gefühle, …) ineinander verwoben sind. Die Übersetzerin-Autorin hat, mit ihrem Mitübersetzer Frank Weigand, einen rhythmisch ebenso dichten Text auf Deutsch erschaffen. Man hat das Gefühl, dass Skalova und Weigand Passagen des französischen Textes in Puzzleteile zerlegt haben und damit auf Deutsch, durch Ideenassoziationen, ein neues Textbild kreiert haben, das dem Original ähnelt und ähnliche Klangbilder hervorruft. Ein Beispiel:

« craving crave creusent trachées l’estomac tranché traversées d’acide façon détergent ménager déteint donc en dedans détériore donc dedans craving crave le temps n’est pas un critère seule compte l’intensité le temps te cratère le temps te crevasse tu te cramponnes craving crave ton crâne crépite l’estomac scarifié craving crève les caresses te criblent sa langue creuse encore creuse lacère sa langue plus qu’un souvenir sa langue lacère te crible coups de cravaches creuse encore »

« craving crave Krätze im Magen Ritzen in den Röhren von Säure verätzt craving crave die Zeit kein Kriterium einzig zählt die Intensität die Zeit gräbt Krater in dich seziert zerreißt zerfetzt du klammerst dich fest craving crave der Magen voller Zacken der Kopf zerhackt craving crave krepier doch zerfall doch seine Zunge zerteilt dich zärtlich seine Zunge zerfurcht zerfranst gräbt sich in dich hinein grabe weiter grabe »

Die Musik der Sprachen ist auch da: Neben einigen Einsprengseln auf Englisch und Französisch ist es vor allem Russisch, das den Text phrasiert. Die Leserin, der Zuschauer haben selten eine Übersetzung oder Erklärung des Ausdrucks – es geht mehr um die Musik als um den genauen Sinn. Je näher sie an Moskau sind, je tiefer sie sich in die Familienpsyche eingraben, desto mehr Russisch schleicht sich in den Text – als ob das familiäre Unterbewusste allmählich auftaucht. Musik ist auch als solche omnipräsent: Vielen Szenen ist sozusagen ein « Titelsong » vorangestellt. Die Autorin lässt die Regisseur*innen entscheiden, ob sie die Musik ins Stück einbringen wollen oder nicht – aber dieses bildet, für Skalova, « das Unterbewusstsein des Textes ». Was die Liedtexte – die Teil des Textes sind – betrifft, empfiehlt die Autorin, « sie zu singen, zu rappen oder zu brüllen ».

« Ein Typ gibt einem Juden einen Globus und sagt zu ihm: Stell dir vor, du kannst dir aussuchen, wo du leben willst. Der Jude sieht den Globus ernst an. Er denkt nach. Er dreht ihn hin und her. Nachdem der Jude den Globus genau angeschaut hat, blickt er auf und fragt den Typen: Hätten Sie vielleicht noch einen anderen Planeten? »

(Ausschnitt aus DER STURZ DER KOMETEN UND DER KOSMONAUTEN von Marina Skalova)

Marina Skalova | Foto: Sandra Hildebrandt

Katharina Stalder: Wie sehr ist dieses Stück autobiographisch?

Marina Skalova: Der Weg von Deutschland nach Moskau über Weissrussland, wie er im Stück beschrieben wird, ist eine Route, die mein Vater tatsächlich über Jahre hinweg zurückgelegt hat. Fünfundzwanzig Jahre später wollte ich die Reise mit ihm machen. Die ersten Szenen des Stücks habe ich in jenem Moment geschrieben. Aber Elemente, die aus meinem möglichen Erlebten geschöpft sein könnten, sind vermischt mit anderen Elementen, die ich teils erfunden und teils aus Gesprächen mit Drittpersonen entnommen habe. Im Schreibprozess verwandeln sich erlebte Elemente in Sprache und somit in Fiktion. Der Wirklichkeitsbezug scheint mir nicht das Wesentlichste. Wirklich wahr aber ist der Eindruck, dass ich den Zusammenprall zwischen zwei Repräsentationssystemen der Welt stets in meinem eigenen Körper empfunden habe. In der Welt, aus der ich stamme, existiert das Private nicht. Die Idee, etwas für sich selbst zu machen oder individuelle Entscheidungen zu treffen, erscheint undenkbar und egoistisch, während unsere ganze westliche Konzeption gerade darauf beruht. Ich wollte dieses Hin- und Hergerissensein darstellen, und auch die Schwierigkeit, sich im Leben zurechtzufinden, wenn alle Werte, in denen man erzogen wurde, verschwunden sind.

KS: Wie fühlt sich das an, einen eigenen Text zu übersetzen? Wie seid ihr vorgegangen, Frank Weigand und du? Wie habt ihr euch die Arbeit geteilt? Wie die definitive deutsche Fassung erarbeitet?

MS: Wenn ich meine Texte schreibe, gehört das Übersetzen oft für mich zum Schreibprozess dazu. Mein erster Lyrikband, Atemnot (Souffle court), war zweisprachig. Das Buch beschäftigte sich mit der Verwandlung eines Textes in die andere Sprache, mit Möglichkeiten und Grenzen der Übersetzung. Bei der Übersetzung des Stücks ging es zunächst darum, andere Sprachbilder zu finden, die sowohl auf semantischer als auch auf klanglicher Ebene stimmig waren. Frank Weigand hat eine erste Fassung erarbeitet, ich habe dann ganz viel reingeschrieben und wir haben uns den Text solange hin- und her geschickt, bis er für uns beide funktionierte. Ich bin als Autorin zunächst freier mit dem Text umgegangen, habe manche Szenen komplett umgeschrieben, versucht, Klang und Rhythmus wieder zu finden. In diesem Freiraum haben Frank und ich dann Ping-Pong gespielt. Spannend ist für mich, dass sich beim Übersetzen immer wieder Fragen auftun, die ich auch zurück an den Originaltext stelle. Das ist ein unendlicher Austauschprozess.

KS: Kannst du etwas mehr über die Musik – das Unterbewusstsein des Textes – sagen?

MS: Die Idee, dem Text eine Playlist hinzufügen, gefiel mir gut. Das Konzept des « Unterbewussten » des Textes ist aufgetaucht, als ich mit der Regisseurin Nathalie Cuenet, die die Uraufführung im POCHE/GVE in Genf gemacht hat, über das Theaterstück redete. Sie sagte mir, dass sie nicht alle vorgeschlagenen Musikstücke übernehmen wolle, dass sie lieber ihre eigene Tonspur kreieren würde – aber dass ihr die musikalischen Angaben wertvolle Hinweise über die Atmosphäre der einzelnen Szenen gäben. So ist diese Anmerkung zu verstehen. Die meisten Musikstücke geben der Szene eine Färbung und einen Rhythmus, sie widerspiegeln die seelische Welt der Figuren, in Ost und West geteilt. Der Text ist von einer Abfolge von Rockmusik, russischen und westlichen (amerikanischen und französischen) Schlagern geprägt; man findet hier den Kalten Krieg wieder. Die Russen kennen heute die westlichen Musik mehr oder weniger gut, das Gegenteil ist selten der Fall … Beim Übergang ins kyrillische Alphabet passieren wir auch heute noch einen eisernen Vorhang …

KS: Was genau bedeuten für dich die Kosmonauten und die Kometen des Titels?

MS: Das Stück geht von zwei Bildern aus: der Sturz der Kosmonauten, Sinnbilder der UdSSR, und derjenige der Kometen, die den Blitzschlag aus heiterem Himmel der Verliebten symbolisiert. Diese Bilder sind der Antrieb, der Rest entspinnt sich von da aus. In der UdSSR sind die Kosmonauten ein wichtiges Motiv der Vorstellungswelt, das in der urbanen Geografie, in Kinderbüchern und in der populären Mythologie allgegenwärtig ist … Ich wollte das Thema diese Weltraumutopie aufgreifen und daraus einen möglichen Horizont machen. Im Stück ist die Flucht in den Weltraum das, was den Figuren einen Öffnungsraum, eine Flucht und vielleicht eine Utopie erlaubt – sowohl im Kopf als auch konkret. Wie im jüdischen Witz, der im Stück zitiert wird, können sie ihren Platz in der Welt nur auf einem anderen Planeten finden. Was die interstellare Dimension des Stücks betrifft, würde ich sagen, dass mich die poetische Kraft der wissenschaftlichen Phänomene fasziniert. Ich schreibe vor einem Hintergrund von Bildern, die sich gegenseitig erzeugen, sich verweben und so wachsen. Der Weltraum ist ein weiter und starker Raum, der ganz sichtbar das Mikro- und Makroskopische aufeinanderprallen lässt – und so das, was uns Angst macht oder zu gross für uns ist, logisch erscheinen lässt. Die Weltraummetaphern können auf diese Weise sowohl die Anziehung als auch die Aufsplitterung erklären, so dass ich mit ihnen gleichzeitig über Liebe, Auseinanderbrechen und Individualisierung schreiben kann. Genau wie die Fels-, Metall- und Eisblöcke des Stücks, werden die poetischen Bilder aufgesprengt, verfestigt und wieder zusammengesetzt.

von Katharina Stalder

B. TRAVEN von Frédéric Sonntag

übersetzt aus dem Französischen von Yvonne Griesel

Frédéric Sonntag | Foto: www

Der Autor

Der französische Autor Frédéric Sonntag nennt sein Stück B. TRAVEN ein Kaleidoskop. In seinem umfänglichen Text geht Sonntag der Frage nach, wer der mysteriöse Autor B. Traven war, über den so wenig Eindeutiges bekannt ist. In fünf mit einander verwobenen Erzählsträngen umspannt das Stück ein ganzes Jahrhundert vom ersten Weltkrieg und von der Münchner Räterepublik bis ins 21. Jahrhundert. Eine Erzählfigur führt durch ein weit aufgespanntes Panoptikum von Geschehnissen zwischen 1917 und 2009, ein Jahrhundert voller Ideologien, Revolutionen, Kriegen, Exilen, von Scheinwahrheiten, Legenden und blanken Lügen.

Ein Boxer-Dichter geht nach Amerika; ein Drehbuchautor im antikommunistischen Hollywood wird 1949 von der Bundespolizei unter Druck gesetzt; eine Filmemacherin will eine Dokumentation über B. Traven drehen und seine Identität klären; linke Hausbesetzer wollen 1994 ein Kino betreiben und verlieren sich in romantischen Utopien, politischen Kostümen und sehnsüchtigen Küssen. Sie starten einen Piratensender, ein Neuer kommt hinzu und träumt von den Zapatistas in Chiapas, da ist wieder von einer der Personas von Traven die Rede. Als nächstes ist B. Traven 1949 ein kommunistisches Kollektiv von Drehbuchautoren im antikommunistischen Hollywood, 2009 blickt eine Frau auf diese Kinobesetzung und ihre Ziele zurück, die inzwischen ganz anders erscheinen als zu zwanzig Jahre früher. Die unermessliche Personnage besteht aus Figuren, die den Schriftsteller vielleicht gesehen haben, vielleicht er waren oder ihm ihrerseits auf der Spur sind; ist er vielleicht sogar Leo Trotzki? Schließlich verbindet sich die Geschichte des mysteriösen Mannes mit einer ganz großen Verschwörungstheorie der Einflussnahme der Vereinigten Staaten von Amerika auf revolutionäre Bestrebungen durch Übersättigung der Bevölkerung mit Zucker in Form von Coca-Cola, das die revolutionäre Stimmung quasi als Droge dämpft. Und dann ist da 1977 noch der Dokumentarfilm über B. Traven von Lester und Glenda, in dem sie ihm auf die Spur kommen wollen. „Warum versteckt man sich sein Leben lang hinter lauter Masken?” fragt Glenda, „Woher kommt dieses absolute Beharren auf Anonymität? Das ist das Thema unseres Films, Lester.” Es ist auch das Thema dieses Stücks.

Der Autor Frédéric Sonntag, ein junger Mann mit halblangen, dunkelblonden Haaren, leichtem Vollbart, der freundlich und energetisch in die Kamera blickt.
Plakat der Uraufführung im Nouveau Théâtre de Montreuil

Zig Pseudonyme pflastern seinen Weg, zu viel(e) Leben für eine Person, biografische Ungereimtheiten, Vexierspiele, Projektionen … All diese Metaphern tauchen als Strukturelemente auch im Stück selbst auf: Ein mexikanischer Ringer wird „mit seiner Maske begraben“, die Projektionen finden als zahlreiche Filmvorführungen bzw. als ein zu drehender Film statt, ein Vogel namens Zapata (die Revolution in Chiapas spielt eine Rolle) ist schon tot, hat aber trotzdem noch etwas zu sagen. Der Text verwendet unterschiedliche Formate: Prosaerzählung, Dialogteile, Namensaufzählungen zu Anfang der Szenen, Sprechernarration, Zitate von Trotzki, Traven, Arthur Cravan (dem dichtenden Boxer).

Immer geht es aber auch um Situationen des Umbruchs, der Revolution und ihrem Scheitern, so dass die Revolutionäre fliehen müssen, und irgendwie flieht, wer nicht schon dort ist, immer nach Mexiko. Es herrscht eine Atmosphäre der Undurchsichtig- und Mehrdeutigkeit, die sich auf ein exotisiertes Bild von Mexiko überträgt, das nun alles infiltriert und infiziert, einer träumt vom Partisanenkampf in Chiapas, andere spüren eine Erotomanie vom mexikanischen Boden ausgehen. Das Stück schafft ein Universum der Chimären, der vermeintlichen Wahrheiten, die immer wieder umgestoßen werden, sich ablösen, eine hinter der nächsten.

Mit GEORGE KAPLAN und BENJAMIN WALTER bildet dieses Stück eine Trilogie von Frédéric Sonntag über rätselhafte, verschwundene bzw. fiktive Identitäten.

Frédéric Sonntag, geboren 1978, ist Autor, Schauspieler und Regisseur. Er studierte am Conservatoire National Supérieur Dramatique und gründete 2001 die Theatergruppe AsaNIsiMAsa.

2010 erhielt Frédéric Sonntag den Prix Godot des lycéens für Toby ou le saut du chien sowie den Prix de la pièce de théâtre contemporain pour le jeune public (Bibliothèque Armand Gatti) für Sous contrôle; 2013 wurde sein Stück Sous contrôle mit dem Prix ado du théâtre contemporain (Acamédie d’Amiens) ausgezeichnet.
(rowohlt Theaterverlag)

Die Übersetzerin

Yvonne Griesel, entspannt lächelnd in einem Restaurantstuhl mit Glas auf einem Tisch vor sich
Dr. Yvonne Griesel | Foto: A. Rüttenauer

Yvonne Griesel hat das Stück für den Rowohlt-Theaterverlag aus dem Französischen übersetzt.

Henning Bochert: Was hat dich an dem Text fasziniert?

Yvonne Griesel: Die Konfrontation mit mir selbst, die Frage nach der Bedeutung des Individuums und das Hinterfragen meiner eigenen Moral im Laufe des Lebens, wie Kampf und Werte mehr und mehr in den Hintergrund treten und wo Menschen wie B. Traven, Trotzki und viele andere die Kraft hernahmen, nie aufzugeben. Und natürlich die Frage, ob wir in unserer heutigen Welt noch die Möglichkeit einer Anonymität haben und ob sie uns nicht unter Umständen sehr gut tun würde.

Eine bestimmte Frage hat mich am Rande noch besonders fasziniert, um herauszufinden, wer der Bestsellerautor B. Traven war, wurden unglaublich viele Autoren in Betracht gezogen, aber niemand kam auf die Idee, dass seine mexikanische Frau, die als seine Übersetzerin ins Spanische arbeitete, sich hinter dem Psyeudonym gemeinsam mit ihm verbergen könnte. Komisch und typisch, dass sich diese naheliegende Frage niemand gestellt hat.

HB: Welches waren die besonderen Herausforderungen bei der Übersetzung dieses Textes?

YG: Die verschiedenen Stilebenen, die zwischen den 70er Jahren, den 90er Jahren, Anfang des Jahrhunderts und der heutigen Sprache in schneller Folge wechseln mit wissenschaftlichen Werken und Zitaten von B. Traven, Cavan und anderen Literaten seiner Zeit. Ich mag diese Brüchigkeit, die das Thema des Stückes auf einer weiteren Ebene abbildet und für die Übersetzung eine spannende Herausforderung war.

HB: Wie hat sich die Zusammenarbeit mit dem Autor gestaltet (wenn überhaupt)?

YG: Ich hatte einige Fragen zu den Zitaten, Frédéric Sonntag hat Zitate von B. Traven verwendet, die er auch teilweise leicht bearbeitet hat. Da man ja davon ausgeht, dass die Ursprungssprache Deutsch ist, haben wir hierüber viel korrespondiert. Da wir uns aber noch nicht persönlich getroffen ahben, bin ich sehr dankbar, dass Eurodram uns nun dieses Treffen in Wien ermöglichen wird.

Dr. Yvonne Griesel arbeitet freiberuflich als Übertitlerin, Übersetzerin und Dolmetscherin. Mit ihrer Firma SPRACHSPIEL hat sie sich darauf spezialisiert, fremdsprachige Inszenierung für Festivals und Gastspiele zu übertragen, und arbeitet unter anderem für die Münchner Kammerspiele, die Ruhrtriennale, Theater der Welt, die Volksbühne, das Residenztheater in München u.a.m. (www.sprachspiel.org) Sie übersetzt für Henschel Schauspiel, den Rowohlt Verlag, den Alexander Verlag und Theater der Zeit aus dem Russischen und Französischen. Darüber hinaus ist sie im Vorstand von Drama Panorama e. V. Yvonne Griesel ist Dipl.-Dolmetscherin für Russisch und Französisch und hat zum Thema Übertitelung im Theater an der Humboldt Universität promoviert, wo sie sieben Jahre in der Lehre tätig war. Publikationen: u. a. „Translation im Theater“ (2000, Peter Lang Verlag), „Die Inszenierung als Translat“ (2007, Frank und Timme Verlag). „Welttheater verstehen“ (2014, Alexander Verlag) sowie zahlreiche Artikel in internationalen Fachpublikationen. (Drama Panorama)

von Henning Bochert

Jahresversammlung 2016 in Istanbul

Von Henning Bochert

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Die Eurodram-Koordinatoren und einige Komiteemitglieder und Gäste bei der Jahresbilanz. – Foto: Henning Bochert

In diesem Jahr findet die Eurodram-Generalversammlung in Istanbul statt. Die präzise Planung von Hakan Silahsizoglu, Übersetzer, Schauspieler und Koordinator des türkischen Komitees, sorgt schon lange im Vorfeld für umfangreiche Informationen. Dank Hakan ist die Versammlung Teil des Istanbuler Theaterfestivals TIYATRO. Darüber hinaus findet parallel eine der beiden Jahresversammlungen der internationalen Autorenvereinigung THE FENCE statt. Es gibt also viel Programm und noch mehr Gesichter und Sprachen.

Donnerstag

Istanbul, einzigartige Stadt am Bosporus, 15 Millionen Menschen auf den verschiedenen Ufern – oder sind es Küsten? –, den Landzungen. Zuerst ist diese Stadt nur eine U-Bahnfahrt ins Zentrum, wie immer scheinbar endlos, wenn man die Strecke nicht kennt. Kaum im Hotel im Ortsteil Șișli angekommen, geht es auch schon weiter zum ersten Abendprogrammpunkt. Wir dürfen exklusiv eine Generalprobe des Stücks EV’VEL ZAMAN (HOUSE UPON A TIME) von Gülce Ugurlu besuchen, die auch Regie führt. Drei junge Darsteller (M, F, F) spielen zwei Schwestern und einen Architekten. Die Schwestern erben das Haus der Großmutter am Rande Istanbuls, einem Entwicklungsviertel, in dem die Preise rasch steigen. Was tun wir mit dem Haus? Verkaufen? Behalten? Eine Schwester ist strikt gegen den Verkauf, die andere, beeinflusst vom Architekten, der ein Geschäft wittert, möchte den alten Kasten loswerden. Eine Art Kirschgarten auf Istanbulisch, die Inszenierung stark bestimmt vom Bühnenbild aus zahlreichen hellen, kniehohen Holzwinkeln, die sich mit jeder neuen Anordnung in Sitzgelegenheiten, Irrgärten, gefährlich hohe Säulen oder Stapel weggeräumter Möbel verwandeln. Das verleiht dem Abend und seiner dichten Geschichte eine strenge Form, die gut zusammenhält. Gentrifizierung und Verdrängung ist also auch hier in dieser ständig wachsenden Riesenstadt ein Thema. Die Übertitel jagen einander über der Bühne, unmöglich, der obschon guten englischen Übersetzung zu folgen, denn – einer der beiden Kardinalfehler bei Übertiteln – es wurde für die Titel keine Strichfassung erstellt.

Später ein erstes Essen, Kennenlernen der Autor*innen von FENCE und der Übersetzer*innen, Schauspieler*innen, Dramaturg*innen etc. von Eurodram. Einige bekannte, viele neue Gesichter, dazu der Reiz einer Gemengelage aus unbekannten Sprachen, der Beteiligten aus 20 Ländern und sicher 15 Sprachen. Ständig muss irgendwas für irgendwen übersetzt werden, die Köpfe wenden sich, und die Sprache wechselt mitunter mitten im Satz. Der Reiz des Nichtverstehens: aufregend und inspirierend.

Ein letzter, erschöpfter Blick aus dem Hotelzimmer über das nächtliche Istanbul, Möwen krächzen von den Dächern, als ob Katzen erdrosselt würden. Dann der nötige Schlaf.

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Vorstellung der Stückauswahl des Bulgarischen Komitees. – Foto: Henning Bochert

Freitag

Um halb zehn versammeln wir uns im Marmara Hotel unweit des „Wohnhotels“ in zwei nebeneinander gelegenen Räumen, hier FENCE, da Eurodram. Die Vormittagsstunden rauschen vorüber, indem Dominique Dolmieu, der Pariser Generalkoordinator und Mitglied des französischen Komitees, die einzelnen Komitees aufruft und über ihre Arbeit berichten lässt: wie viele Mitglieder habt ihr, welche Aktionen habt ihr geplant oder welche konntet ihr durchführen, was braucht ihr. Fast alle brauchen Geld, um wenigstens Reisekosten nicht selbst zahlen zu müssen. Das deutsche Komitee ist mit fünf Anwesenden am stärksten vertreten, auch vom türkischen Komitee kommen im Laufe dieses und des folgenden Tages Mitglieder dazu. Selbstverständlich sind die Nachbarn Griechenland und Bulgarien vertreten, aber auch die Delegierten der ungarischen, portugiesischen, albanischen und hebräischen Komitees sind angereist. Sehr unterschiedlich fällt die Arbeit der Komitees aus: Stücke auszuwählen, diese Auswahl sichtbar zu machen und die Stücke zu empfehlen. Alles ist gemeinnützig, ehrenamtlich, eine Arbeit Wahnsinniger, von denen nicht gesagt werden kann, dass sie nichts Besseres zu tun hätten, im Gegenteil sind die meisten noch mit hundert anderen Dingen beschäftigt, und gerade deswegen fällt es den Komitees häufig schwer, genügend Zeit zum Lesen der Einsendungen zu finden oder auch nur einen Aufruf dazu bekannt zu machen. Dennoch gelingt es. Sehr wenige Komitees wie das bulgarische und das deutsche und das kosovarische können überhaupt mit Förderungen aufwarten, die aber auch nicht unbedingt für die eigene Arbeit verwendet werden, sondern für die Förderung des Organisationsziels, z. B. zur Finanzierung der Reisen oder für Übersetzungen der Auswahl in andere Sprachen.

Zum Mittag verteilen sich die Teilnehmer der beiden Gruppen neu gemischt auf nahe Restaurants, neugierige Gespräche allerorten: woher seid ihr nochmal, was machst du sonst so?

Der Nachmittag ist der Auswahl der Stücke der Komitees gewidmet. Die Koordinator*innen berichten dem Alphabet der Sprachen nach über die jeweils drei ausgewählten, originalsprachlichen Titel dieses Jahres, referieren kurz die Handlung, etwas über die Autor*innen, die Übersetzer*innen, etwas zur Rezeptionsgeschichte, und angesichts des knappen Zeitplans mahnt Dominique: Two more minutes! Schließlich, als die Luft im fensterlosen Konferenzraum nach Nedas „u“krainischem Komitee nahezu komplett von Sauerstoff befreit ist, stürzen wir befreit auf die Straße.

Schaffen wir es noch, vor der Abendvorstellung etwas zu essen? Wer schaut sich was an? Welcher Gruppe schließe ich mich an? Wir fahren bis zum Taksim und gehen durch die auch jetzt am Abend überaus geschäftige Geschäftsstraße zu einem kleinen Restaurant mit hervorragender Küche. Hauptsächlich Fencer haben sich hier versammelt und müssen ihr Essen rasch hinunterschlingen, um nicht zu spät zur Vorstellung in der garagistanbul um die Ecke zu kommen. Im Stück YAŞLI ÇOCUK (OLD CHILD) erleben vier Figuren ihre Geschichte, und erst zum Ende hin wird dem Zuschauer enthüllt: sie sind Geister, sie sind alle gestorben, aus jemandes Leben gerissen, durch Flucht, durch eine Bombe, vom Boot ins Meer gefallen, in den Kampf gezogen… Leider hat sich die Regie für einen Musikteppich entschieden, und auch wenn die Figuren so wenig und langsam und mit Wiederholungen sprechen, dass Geschwindigkeit der Übertitel kein Problem darstellt, gerät dieser Abend zu einem für den Geschmack der meisten Zuschauer entsetzlich kitschigen, vagen Brei in einem Bühnenbild willkürlich wirkender Surrealität.

Im Anschluss trifft sich, was nicht schon komplett erledigt ist und nur noch schlafen will, in einer coolen Bar um die Ecke gleich neben der İstiklal Avenue, wo noch Straßenkünstler herumsingen, die Eisverkäufer sich gegenseitig in Eiskremakrobatik überbeiten und eine historische Straßenbahn herumbimmelt.

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Vorstellung der Stückauswahl des Hebräischen Komitees. – Foto: Adi Kuneva

Samstag

Am Vormittag bringt Hakans Organisationstalent die Teilnehmer der Fence- und Eurodram-Versammlungen mit der Festivalleitung sowie Theatermachern aus der Türkei zusammen. Eine riesige Vorstellungsrunde der Einzelnen im vollen Raum sowie auch der beiden Organisationen durch Dominique Dolmieu (Eurodram) und Jonathan Meth (Fence). Der Autor und Wissenschaftler Hasan Erkek berichtet sehr knapp über die Geschichte der türkischen Dramatik und des Theaters in diesem Land, auch der Autor Tuncer Cucenoglu meldet sich mehrfach engagiert zu Wort. Auch der kurdische Autor Mirza Metin war anwesend (sein Stück ist Teil der Auswahl des türkischsprachigen Komitees). Die Festivalleiterin Leman Yilmaz berichtet über Geschichte und Struktur des Festivals und seine schwierige Situation, das es lediglich zu 5 % des Budgets aus öffentlichen Mitteln unterstützt wird, während das Budget für jedes Festival neu von Sponsoren und Spendern aus der Wirtschaft oder privat eingeworben werden muss. Nach einem ersten empörten Raunen wird deutlich, dass damit in der aktuellen politischen Situation aber auch eine künstlerische Freiheit gewahrt bleibt. Das Festival hat sich zum Ziel gesetzt, selbst viele hervorzubringen und also Premieren zu zeigen.

Am Nachmittag bespricht Eurodram seine Bemühungen, über das Creative-Europe-Programm der EU eine Förderung für das gesamte Unternehmen zu bekommen. Dafür arbeitet seit Monaten ein Sonderkomitee, bei dem sich insbesondere Clara Schwartzenberg von der Maison de l’Orient et de l’Europe (Dominique Dolmieus Theater in Paris) federführend ins Zeug legt.

Derweil besuchen wir eine Vorstellung des Stücks KÖPEKLERİN İSYAN GÜNÜ („The Rebellion Day of Dogs“ steht im Programm), einer Koproduktion mit dem Festival und dem São Luiz Teatro Municipal, Portugal. Das Stück erzählt die Geschichte zweier junger Kurden, die beide für dasselbe wohlsituierte türkische Paar arbeiten. Er führt die Hunde aus, sie pflegt die Mutter der Kundin. Die Mutter stirbt, und die Pflegehilfe traut sich nicht, die schlechte Nachricht zu überbringen. Derweil verdächtigt der Mann den Hundeausführer, die Tiere schlecht zu behandeln, zu stehlen, bis er eine regelrechte Paranoia entwickelt. Die junge Frau hofft auf die Hilfe des jungen Mannes und lockt ihn in die Wohnung der Toten. Als er sich weigert, stürzt sie sich aus dem Fenster.

Während die Geschichte von Ceren Ercan interessant klingt, ist das Regiedebut von Mark Levitas ungenügend. Die Schauspieler wissen meist nicht, was sie zu tun haben, viele Situationen sind undeutlich erzählt, insbesondere der Schluss mit dem Tod der jungen Frau kann nur vermutet werden. Überhaupt nicht gedient ist der Inszenierung mit dem Bühnenbild (Cem Yılmazer) aus drei ineinandergestellten, u-förmigen  Winkelelementen auf Rädern, von denen man weder weiß, was sie sein noch was sie bedeuten sollen, und die den Schauspielern gelegentlich auch mal auf die Füße fallen. Dazu sorgen die Übertitel, die lediglich für zirka zehn Plätze in einem bestimmten Bereich des Zuschauerraums lesbar sind, mit ihrem kreativen Englisch für zusätzliche Unterhaltung („He has swollen a bone“). Wieder wurde gen Ende des Stücks eine Art repetitiver Musikteppich unterlegt, auch wenn die Musik weniger furchtbar war als am Abend zuvor, so blieb dennoch unklar, was sie genau vermitteln wollte.

Kaum zurück im Hotel, geht es gleich weiter zum Caddebostan Kültür Merkezi auf der anatolischen Seite Istanbuls zur Abendvorstellung von ÜÇ KIZ KARDEŞ (DREI SCHWESTERN von Anton Tschechow) in der Inszenierung von Aleksandar Popovski. Die Zeit ist knapp, denn wir müssen mit einer großen Gruppe in mehreren Taxis zum Bosporus, um rechtzeitig eine Fähre nach Üşküdar zu erwischen. Von dort geht es weiter  in den aufgeräumter wirkenden Osten der Stadt. Der große Kinosaal liegt im obersten Stockwerk eines Einkaufszentrums. Die ersten Übertitel sind türkisch, denn die drei jungen Darstellerinnen auf der Bühne sprechen Englisch. In einem folienbespannten Quader sitzen sie in goldfarbene Wärmedecken gehüllt auf einer Kiste und singen hin und wieder auf Deutsch Nicoles „Ein bisschen Frieden, ein bisschen Träumen“ von 1982, Karaoke zum Handyklang. Die Inszenierung wirkt aufgeweckt, jung. Die Darstellerinnen strahlen Freude an ihrer Arbeit sogar über die weite Distanz zur Bühne hin aus, die sprachliche Vielfalt wirkt zeitgemäß, natürlich sind wir belustigt, dass die türkischen Schauspielerinnen die Sehnsucht ihrer Figuren nicht nur nach Moskau, sondern auch nach Berlin ausdrücken. Gen Ende des Stücks holen sie die tschechow‘schen Textbücher aus der Kiste, verwandeln ihre Kostüme mit ein paar Handgriffen in eher historische Anmutung und sprechen Auszüge aus dem Originaltext. Plötzlich ist die vierte Wand da, eine interessante ästhetische Wandlung, aber zack! ertönt auch wieder der musikalische Klangteppich. Außerdem hören wir die Stimmen der Männerfiguren, während die nun russischen Frauen auf der Bühne wie entrückt gegen die sich unter Besprühung magisch auflösenden Folienwände sprechen. Am Ende brüllen sie, wieder umgezogen, noch einmal unmissverständlich ins Publikum, dass sie nicht die drei Schwestern seien, sondern lediglich Schauspielerinnen, die diese spielen. Alles in allem und trotz einiger Fragezeichen die am besten gelungene Inszenierung von den wenigen, die wir beim Festival sehen können.

Auf der Rückfahrt nach Șișli fällt noch einmal auf, wie leer die Fähre ist. Inzwischen ist es dunkel, das Boot gleitet vorbei an bunt beleuchteten Moscheen, Hafenanlagen, der Universität, den Brücken über den Bosporus, auf dem Oberdeck regnet es, wie es überhaupt recht kühl ist an diesem vorletzten Tag, und im Innenraum spielt ein junger Mann wunderbar auf der Saz, ein anderer sammelt Geld ein. Üblicherweise sind diese Fährschiffe um diese Jahreszeit besonders tagsüber brechend voll mit Touristen. Aufgrund der Anschläge im Frühjahr sind aber eine Million Touristen der Stadt spürbar ferngeblieben, worunter die Geschäfte entsprechend zu leiden haben. Wir fahren ein Stück mit der U-Bahn und steigen im stärker werdenden Regen durch die historische Bankenstraße bis zum Taksim hoch, wo wir in einem Lokal einige der restlichen Teilnehmer treffen wollen. Oben angekommen sind allerdings die meisten müde und vom Regen durchnässt und kehren lieber ins Hotel zurück.

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Istanbul. – Foto: Henning Bochert

Sonntag

Schon beim Frühstück sagen die ersten Auf Wiedersehen. Andere führt eine Gratis-Stadtführung (sehr zu empfehlen: Free Tour von viaurbis) am Morgen endlich in den historischen Stadtkern. Nach den anstrengenden Konferenztagen und buchstäblich kurz vor dem Abflug kommt man hier endlich an in Istanbul. Und obgleich uns unser sehr interessanter Führer, dessen umfassende Kenntnisse die mediterrane antike Architektur ebenso erschließen wie die moderne Popmusik, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten präsentiert und in historischen Zusammenhang stellt, bleibt keine Zeit, auch nur die Hagia Sophia von innen zu sehen. Teşekkür ederim, Istanbul, wir kommen wieder!

 

Der Originaltext ist erschienen auf http://henningbochert.de

 

Wer noch weiterlesen möchte, findet den Bericht des Koordinators des französischen Komitees (Gilles Boulan) hier in deutscher Übersetzung unseres Komitee-Mitglieds Wolfgang Barth:

http://vieuxloup.de/eurodram-hauptversammlung-in-istanbul-19-22-mai-2016/