AKTIVITÄTEN: EURODRAM beim 4+1-Autor*innentreffen in Leipzig

Wie schon 2016 wird das europäische Netzwerk für Dramatik in Übersetzung EURODRAM auch in diesem Jahr wieder beim Treffen junger Autor*innen 4+1 am Schauspiel Leipzig zu Gast sein. Das Festival läuft vom 11.-13. April 2018 und stellt in szenischen Lesungen und Gesprächen junge Autor*innen der Lehrinstitute aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor.

AKTIVITÄTEN: EURODRAM beim 4+1-Autor*innentreffen in Leipzig weiterlesen

AKTIVITÄTEN: Veranstaltung am Theaterhaus G7 in Mannheim

Eurodram ist das Netzwerk für europäisches Drama in Übersetzung, und selten erfüllt sich diese Mission so prächtig wie bei der Präsentation der diesjährigen Auswahl des deutschsprachigen Komitees in Mannheim. Die Teilnehmer erschienen aus europäischen Groß- und Hauptstädten wie Split, Barcelona, Berlin, Hamburg, London, Paris, Ljubljana, Wien, Graz und Sofia. Das Theaterhaus G7, geleitet von Komiteemitglied und Regisseurin Inka Neubert, hatte die Veranstaltung in die Spielzeitplanung genommen und stellte die drei Stücke, die aus den über 70 Einsendungen am empfehlenswertesten erschienen, am 24. Juni in szenischer Lesung vor.

DSC_0686_klein
Lesung von „Drama über Mirjana und die Menschen um sie herum“ – Foto: N. Fleming

Noch am Freitag hatte dort Stefano Massinis „Eine nicht umerziehbare Frau“, ein starkes Stück über die ermordete Journalistin Anna Stepanowa Politkowskaja aus der Komiteeauswahl vom Vorjahr, in Neuberts Regie das Publikum fasziniert. Am Samstagabend dann lernten die Zuschauer die Auswahlwerke 2017 und deren Autoren und Übersetzerinnen kennen. Der Förderung des Deutschen Literaturfonds ist es zu verdanken, dass zum Beispiel Ivor Martinić und Blažena Radas, Autor und Übersetzerin des ersten vorgestellten Stücks „Drama über Mirjana und die Menschen um sie herum“, beim Publikumsgespräch erstmalig im selben Raum waren. Die Lesung hatte Sandra Schüddekopf eingerichtet, und Ulrike Syha, Autorin, Übersetzerin, Komiteekoordinatorin, stellte Fragen über das Entstehen des Stücks und der Übersetzung und über die aktuellen Arbeiten von Martinić, der mittlerweile in Spanien lebt. Der Text zeichnet sich aus durch die Kombination aus der thematischen Konzentration auf eine Gesellschaft, die versucht, durchzukommen, auch wenn es beschwerlich ist, und einer einnehmenden, theatermagischen Überhöhung dieses Alltags.

Nach der zweiten Lesung des Abends, dem Stück „sieben köchinnen, vier soldaten und drei sophien“ von der erfolgreichen slowenischen Autorin Simona Semenič (Einrichtung: Aurélie Youlia), nahmen die Übersetzerin Urška Brodar und Henning Bochert, Übersetzer und Komiteemitglied, den zufälligen Balkanschwerpunkt der Auswahl ins Visier und diskutierten mit Publikum und Teilnehmern die Thematik der Frauenrolle, die den Gesellschaften östlich der deutschsprachigen Regionen Europas stärker auf den Fingern zu brennen scheint. Auch die stark politische Setzung fällt an den Stücken aus Bulgarien, Kroatien und Slowenien ins Auge.

DSC_0703 klein
Lesung von „sieben köchinnen, vier soldaten und drei sophien“ – Foto: N. Fleming
DSC_0714_klein
Im zweiten Teil von „sieben köchinnen, vier soldaten und drei Sophien“ – Foto: N. Fleming

Das dritte Stück nämlich, Alexander Manuiloffs „Der Staat“, warf die Zuschauer, die sich im Karrée gegenübersaßen (Einrichtung: Schüddekopf), auf sich selbst zurück, gibt es doch keine Darsteller, keine Handlung, nur den Text. Der thematisiert die Selbstverbrennung von Plamen Goranov 2013, ein tragisches Fanal angesichts unhaltbarer Zustände in der bulgarischen Politik, der sogar weitere vergleichbare Akte folgten. Die Vorstellung findet nur statt, wenn die Zuschauer sich dafür entscheiden, den Text zu lesen. Eine unmittelbare Stellungnahme mit radikaler Form, die zugleich die Botschaft ist: Nehmt es in die Hand. Im Gespräch zwischen dem Autor und dem Dramaturgen Christian Mayer geht es vor allem um die unterschiedlichen Produktionen, bei denen der Autor immer anwesend ist, und um die Reaktionen der Zuschauer dabei. Dass er den Text geschrieben hat, ist für Manuiloff eine direkte Konsequenz aus dem Weckruf, den Goranovs Tat darstellte und den er nicht ignorieren kann. Der Erfolg des Stücks ist beim Publikum unmittelbar spürbar: Nach einer Anlaufzeit des Verstehens und der Überwindung fühlen sich die Teilnehmer enger verbunden, man hat gemeinsam etwas erlebt und fühlt sich vielleicht ein winziges bisschen mehr verantwortlich – für einander, für sich selbst, für die Gemeinschaft.

DSC_0735_klein
Beim Publikumsgespräch zu „Der Staat“ – Foto: N. Fleming

Zu danken ist der Erfolg auch den wunderbaren Mitwirkenden: Larissa Alana, Ayca Basar, Alexander Doderer, Hanna Gandor, Laura Kaiser, Irina Maier, Marie Scholz, Vincenzo Tatti, Aurélie Youlia.

Im April 2018 plant das Komitee eine weitere Präsentation mit und im Theater Drachengasse in Wien, wo schon in den Vorjahren Lesungen stattfinden konnten. Weitere Partner sind im Gespräch und werden gesucht, vor allem ist das Netzwerk um eine dauerhafte Förderung bemüht.

Die Veranstaltung wurde im Radio begleitet (Link folgt noch) sowie in „Die Rhein-Pfalz“ von Heike Marx besprochen.

 

Von Henning Bochert

PORTRÄT: Simona Semenič

Die slowenische Autorin Simona Semenič zeichnet in „sieben köchinnen, vier soldaten und drei sophien“ ein sprachgewaltiges, poetisches Psychogramm von Krieg und Widerstand, das zeitlos wirkt, aber dennoch hochaktuell ist.

Ein Gespräch mit der Autorin und der Übersetzerin Urška Brodar.

Simona Semenič
Die slowenische Autorin und Performerin Simona Semenič

Simona, können Sie uns beschreiben, wie der Text entstanden ist? Arbeiten Sie normalerweise mit einem Regisseur oder einer Regisseurin zusammen, wenn Sie ein neues Stück entwickeln?

Simona Semenič: Das Stück war ein Auftragswerk des Stadttheaters Ljubljana, die einzige Vorgabe, die ich bekam, war, dass es etwas mit Sophie Scholl zu tun haben sollte. Ich las viel über Sophie Scholl und recherchierte dann über einige andere bemerkenswerte Frauen aus der Zeit des 2. Weltkriegs, zum Beispiel Irene Sendler und Simone Weil. Die Ursprungsidee war also der 2. Weltkrieg. Aber dann wurde mir klar, dass das nicht die Form von Geschichte war, die ich erzählen wollte. Ich wollte über die Mechanismen des Krieges im Allgemeinen schreiben. Und nicht nur über die Mechanismen des Krieges, sondern über den Druck, den die Gesellschaft auf außergewöhnliche Individuen ausübt.

Ich habe beim Schreiben des Stücks nicht mit einem Regisseur zusammengearbeitet, das mache ich sonst auch nicht. Ich besuche für gewöhnlich auch keine Proben. Ich überlasse mein Stück lieber den Theatermachern, damit sie es so interpretieren können, wie es für die Aufführung am sinnvollsten erscheint. Ich habe auch kein Problem damit, wenn sie das Stück verändern. „sieben köchinnen…“ wurde zum Beispiel um 60% gekürzt.

Welche Idee stand am Anfang des Stücks?

Simona Semenič: Eigentlich wollte ich ein Stück über meine Großmutter schreiben. Sie hat ebenfalls im 2. Weltkrieg gekämpft, aber sie blieb namenlos, eine unter vielen Tausend anderen Frauen. Nach dem Krieg kehrte sie nach Hause zurück, zog Kinder groß, arbeitete, kümmerte sich um den Haushalt, die Kämpfe des alltäglichen Lebens. Niemand spricht über diese Frauen oder denkt an sie, wir sprechen über Helden, wir bauen Denkmäler für sie, aber dennoch leben weit mehr Helden unter uns, als wir uns das bewusst machen. Für das Stadttheater Ljubljana konnte ich diese Idee nicht umsetzen, das habe ich dann in meinem nächsten Stück getan – „We, the European Corpses“.

Sie verwenden nur Kleinschreibung in Ihrem Text. Welche Bedeutung hat das für Sie?

Simona Semenič: Es hat nicht nur eine Bedeutung. Ich fing an, so zu schreiben, als ich 2007 meinen ersten autobiographisch geprägten Monolog „I, the Victim“ entwickelte. Ich schrieb den Text eigentlich für mich, ich wollte ihn auch selbst spielen und Regie führen. Am Anfang verwendete ich ganz normal Groß- und Kleinschreibung. Aber dann wurde mir klar, dass ich das Stück nicht für mich, sondern doch für eine Schauspielerin schreibe. Das war seltsam, nicht einfach zu erklären. Als ich dann mit dem Schreiben wieder am Beginn anfing, gab es keine Großschreibung mehr. Ich schrieb den Text als eine Art Gedicht. Und dann behielt ich das bei.

In meinen Augen bleibt für den Leser so mehr Raum, die einzelnen Sätze zu interpretieren. Wenn ich das Gefühl habe, ein Fragezeichen oder Ausrufezeichen sind unbedingt nötig, dann notiere ich sie, sonst lasse ich auch das offen. Und als ich aufhörte, Großschreibung und Zeichen zu verwenden, die das Satzende markieren, veränderte sich auch der Rhythmus der Sätze, er wurde in meinen Augen lebendiger.

In der deutschsprachigen Theaterwelt wurde in der jüngeren Vergangenheit viel über den Begriff der Autorschaft und die Rolle des Autors im Theater debattiert. Wie würden Sie Ihre Position als Dramatikerin in der slowenischen Theaterszene beschreiben?

Simona Semenič: Slowenien ist ein sehr kleines Land mit einer kleinen Theater-Community, ich fände es unsinnig, von der Position der Dramatiker in unserer Szene zu sprechen. Aber ich würde mal sagen, die Lage, in der ich mich momentan als Dramatikerin befinde, ist so gut, wie sie eben sein kann – meine Stücke werden fast alle gespielt, Theater geben mir Schreib-Aufträge, ich habe bereits drei Grum-Preise erhalten (der Preis für das beste slowenische Stück), all das klingt natürlich toll und ist es auch. Ich sehe eher das Problem, dass ich in diesem Bereich in Slowenien kaum noch etwas anderes erreichen kann – und dennoch nicht über ein angemessenes Einkommen verfüge. So würde ich meine Position in der slowenischen Theaterszene beschreiben: Ich nehme jeden Job an, der mit geboten wird, um gerade so übers Jahr zu kommen.

Urška, Sie stehen als Übersetzerin gewissermaßen „zwischen den Sprachen“, außerdem kennen Sie die deutschsprachige Theaterszene gut. Können Sie beschreiben, was für Sie die wesentlichen Unterschiede zur Theaterarbeit in Slowenien sind?

Urška Brodar: Genau, ich habe die letzten 5 Jahre zwischen Berlin und Ljubljana gelebt und freischaffend als Übersetzerin und Dramaturgin gearbeitet. Der erste wesentliche Unterschied ist natürlich die Größe der Theaterszene. Slowenien ist ein Land mit knapp 2 Millionen Einwohnern, das ist die Hälfte von Berlin! Das slowenische Theatersystem ist wegen der Geschichte zwar ähnlich aufgebaut wie in den deutschsprachigen Ländern, wir haben Staats- und Stadttheater und eine professionelle freie Szene (vor allem in Ljubljana), die staatlich finanziert sind durch das Kulturministerium. Seit der Wirtschaftskrise 2008 werden jedoch die finanziellen Mittel der Kultur jedes Jahr gekürzt, was vor allem der freien Szene stark zu schaffen macht (auch die Kürzungen der Programmgelder der Staats- und Stadttheater treffen vor allem die Freischaffenden, denn die Gehälter des öffentlichen Dienstes kann man ja nicht so einfach runtersetzen). Die freie Tanzszene ist mittlerweile fast ausgestorben, was eine Schande ist, denn sie war seit den 90ern im Aufschwung und ist auch international bekannt. Und das obwohl wir seit zwei Jahren eigentlich wieder ein Wirtschaftswachstum haben.

Deutschland hat die letzte Krise nicht so richtig getroffen. In den letzten Jahren hat es die Berliner freie Szene geschafft, einen Landesverband der freien darstellenden Künste (LAFT) zu gründen, der sich für faire Arbeitsbedingungen und Bezahlung der Freischaffenden einsetzt und die Honoraruntergrenze bei 2.300 Euro pro Monat ansetzt. Wir haben zuletzt für ein Projekt in der freien Szene in Ljubljana 5.000 Euro bekommen, brutto, für alles! Natürlich beeinflussen die geringen Mittel auch die Inszenierungsmöglichkeiten. Es entstehen vor allem kleine Produktionen mit wenigen Performern in der freien Szene. Kaum Bühnenbild und Kostüme. Keine komplizierte Technik. Das ist nicht unbedingt schlecht, denn es entstehen starke inhaltliche Konzepte. Man konzentriert sich auf das Wesentliche. Aber man hat auch keine andere Wahl.

Wie sind Sie auf den Text von Simona gestoßen? Haben Sie bereits andere Texte von ihr übersetzt?

Urška Brodar: Ich kenne Simona schon ziemlich lange, seit ich das Dramaturgiestudium angefangen habe, also 2002. Damals war sie auch noch Dramaturgiestudentin. Ich erinnere mich, dass sie eine der wenigen war, die ihr Studium mit einem Stück abgeschlossen hat. Denn in Slowenien galt damals noch die Maxime, dass man als Dramatiker geboren ist oder eben nicht, man konnte es also nicht lernen. Wir hatten überhaupt keine praktischen Schreibkurse an der Theaterakademie, wie es in anderen Ländern üblich ist. In Slowenien waren noch vor kurzem alle Dramatiker Männer und vor allem kamen sie von der Literatur her, wenige waren oder sind auch Regisseure.

Das hat sich erst seit den letzten fünfzehn Jahren ein bisschen verändert. Und Simona ist eine der wichtigsten Akteurinnen auf dem Gebiet. Mit ihr war ich auch selbst bei einer Schreibwerkstatt, wo wir Kurzstücke geschrieben haben, die später sogar aufgeführt wurden. Und ungefähr in der Zeit (2004 oder 2005) hat sie mit noch ein paar Enthusiasten „PreGlej“ gegründet, aus einer Notwendigkeit heraus, dass man das Stückeschreiben lernen und in einer Gruppe in verschiedenen Arbeitsphasen besprechen kann. Und die Resultate sind heute sichtbar. Viele Stücke von den Autoren der Gruppe wurden aufgeführt und auch mit Preisen geehrt. Simona hat sich zu einer der meist gespielten Gegenwartsautorinnen entwickelt. Ich bewundere ihre Arbeit also schon von Anfang an.

Zum Übersetzen habe ich gerade dieses Stück ausgewählt, also „sieben köchinnen, vier soldaten und drei sophien“, weil ich finde, dass die Themen, die sie im Stück aufgreift, für die deutschsprachige Theaterlandschaft interessant sind. Wir haben mit „Periskop“, einem kleinen Kulturverein in Berlin, einen Abend mit Simona veranstaltet, eine Art Lesung, wo aber das Publikum selbst einen Abschnitt aus dem Stück vorlas und danach mit der Autorin ins Gespräch kam. Das Interesse war da und mir hat dann die Slowenische Buchagentur den Auftrag anvertraut, das ganze Stück zu übersetzen. Das ist eigentlich meine erste Übersetzung ins Deutsche. Das Ideal ist ja eigentlich, dass man als Übersetzer nur in seine Muttersprache übersetzt und nicht umgekehrt. Deswegen bin ich meinen beiden Tandem-Übersetzern Wolfram Lotz und Harriet von Froreich für ihre Hilfe bei der Endfassung sehr dankbar.

UrskaBrodar
Die Übersetzerin und Dramaturgin Urška Brodar. – Copyright: Dani Modrej

Das Gespräch führte Ulrike Syha.

Biografien.

SIMONA SEMENIČ (*1975) ist eine slowenische Dramatikerin und Performerin. Sie hat einen Abschluss in Dramaturgie der „Academy for Theatre, Radio, Film and Television (AGRFT)“ in Ljubljana.

Simona Semenič hat bereits drei Mal den Grum-Preis gewonnen, die höchste nationale Auszeichnung für zeitgenössische Dramatiker in ihrem Heimatland Slowenien. Das erste Mal gewann sie mit dem Stück 5boys.si (2008), das später in 12 Sprachen übersetzt und in verschiedenen Ländern in Europa, den USA und im Nahen Osten aufgeführt oder veröffentlicht wurde. Für 24hrs (2006) und Seven Cooks, four Soldiers and three Sophias (2014) („sieben köchinnen, vier soldaten und drei sophien“) gewann sie ebenfalls Preise bzw. wurde mit 1981 (2013) und This Apple, made of Gold (2016) dafür nominiert.

Weitere Stücke: You didn’t forget you just don’t remember anymore (2007), Feast (2010), Blame It All on Donnie Darko (2011), Sophia (2011), We, the European Corpses (2015). Auch Inszenierungen dieser Stücke wurden in Slownien und im Ausland mit Preisen ausgezeichnet.

Simona Semenič schreibt, inszeniert und performt außerdem experimentelle, autobiographische Theatershows, zum Beispiel 9 easy pieces (2007, mit der Gruppe Preglej),  I, the Victim. (2007), Do Me Twice (2009), 43 Happy Ends (2010, mit der Gruppe Preglej), Kapelj and Semenič Under Construction (2012, mit Barbara Kapelj), Bulc and Semenič For Sale (2013, mit Mare Bulc) und The Second Time (2014). Diese Shows wurden vom Publikum und der Kritik sehr gut aufgenommen und bei einigen Festivals im In- und Ausland gezeigt.

Simona Semenič arbeitet außerdem mit Ivan Talijančić, Janez Janša und anderen Theaterregisseuren und Choreographen als Co-Autorin und Dramaturgin zusammen.

Simona Semenič lebt mit ihren beiden Söhnen in Ljubljana.

www.simonasemenic.com

URŠKA BRODAR. (*1983) ist Dramaturgin und Übersetzerin. Als Dramaturgin arbeitet sie sowohl in der slowenischen freien Szene (z.B. Theater Glej, http://www.glej.si/en/) als auch in Nationaltheatern (z.B. Volkstheater Celje).

Als Übersetzerin mit der Sprachkombination Deutsch-Englisch-Slowenisch übersetzt sie vor allem Theaterstücke, z.B. Roland Schimmelpfennig: Vorher/Nachher, Wintersonnenwende, Katja Hensel: Kopf oder Zahl, Wolfram Lotz: Einige Nachrichten an das All, Die lächerliche Finsternis, Bertolt Brecht: Die Mutter, Der gute Mensch von Sezuan, Tankred Dorst: Merlin oder Das wüste Land und auch Poesie und Prosa, unter anderem die Graphic Novel über Johnny Cash von Reinhard Kleist: Cash I See A Darkness und Thomas Bernhards Kurzgeschichte Österreichischer Staatspreis für Literatur.

Sie war Redakteurin im ältesten slowenischen freien Theater Glej in Ljubljana und veröffentlicht Artikel über zeitgenössisches Theater im Theatermagazin Maska. 2014 war sie Teilnehmerin des Internationalen Forums beim Theatertreffen in Berlin. Derzeit ist sie als Dramaturgin am Mladinsko Theater (www.mladinsko.com)  in Ljubljana angestellt.

AUSWAHL 2017

Die Eurodram-Auswahl 2017 steht fest.

Das DEUTSCHSPRACHIGE KOMITEE hat sich in diesem Jahr für die folgenden Titel entschieden (in alphabetischer Reihenfolge):

Alexander Manuiloff:
„Der Staat“
(Aus dem Bulgarischen / Englischen von Hannes Becker)

Ivor Martinić:
„Drama über Mirjana und die Menschen um sie herum“
(Aus dem Kroatischen von Blazena Radas)

Simona Semenič:
„sieben köchinnen, vier soldaten und drei sophien“
(Aus dem Slowenischen von Urška Brodar)

Wir gratulieren den AutorInnen und ÜbersetzerInnen herzlich!

Wer das mit der Ausschreibung verbundene Übersetzer-Stipendium erhält, veröffentlichen wir in der kommenden Woche.

Die erste Veranstaltung mit der neuen Auswahl wird voraussichtlich am 23. bis 25. Juni in Mannheim im Theaterhaus G7 stattfinden. Dazu demnächst noch mehr.

Außerdem werden wir in den nächsten Wochen Artikel zu den einzelnen Titeln der Auswahl auf unserem Blog veröffentlichen.

Auch in diesem Jahr haben uns wieder viele Texte begeistert, die nicht alle einen Platz in unserer Auswahl finden können. Deswegen veröffentlichen wir wieder eine Liste unserer „Weiteren Empfehlungen“ (in alphabetischer Reihenfolge):

Lucie Depauw:
Dekompressionskammer.
(Aus dem Französischen von Wolfgang Barth.)

Julie Maj Jacobsen:
Abgefuckt.
(Aus dem Dänischen von Franziska Koller)

Koffi Kwahulé:
Misterioso.
(Aus dem Französischen von Heinz Schwarzinger.)

Jacques Probst:
Sturm über Eastbourne.
(Aus dem Französischen von Yves Raeber.)

Sollten Sie Interesse an einem der Texte haben, stellen wir gerne einen Kontakt her.

UND HIER FINDEN SIE DIE ERGEBNISSE DER ANDEREN EURODRAM-KOMITEES:

Bosanski/Crnogorski/Hrvatski/Srpski :
– Himmelweg, Huan Majorga (Juan Mayorga), sa španskog prevela Jasna Stojanović
– Ja sam vetar (Eg er vinden), Jun Fose (Jon Fosse), s norveškog preveo Radoš Kosović
– Jedini ja utekoh (Escaped alone), Keril Čerčil (Caryl Churchill), sa engleskog prevela Ivana Brozić
– Moja mama Kleopatra (Anyám, Kléopátra), Atila Bartis (Attila Bartis), s mađarskog prevela Xenia Detoni

Български (Bulgarian) :
– Каре (Els jugadors), Пау Мирò (Pau Miró), превод от каталонски Нева Мичева
– Нелегални помагачи (Illegale Helfer), Макси Обексер (Maxi Obexer), превод от немски Гергана Димитрова

Deutsch :
– Der Staat (The State), von Alexander Manuiloff, übersetzt aus dem Englischen von Hannes Becker
– Drama über Mirjana und die Menschen um sie herum (Drama o Mirjani i ovima oko nje), von Ivor Martinić, übersetzt aus dem Kroatischen von Blazena Radas
– Sieben Köchinnen, vier Soldaten und drei Sophien (Sedem kuharic, štirje soldati in tri Sofije), von Simona Semenič, übersetzt aus dem Slowenischen von Urška Brodar

Ελληνικά (Greek) :
– Heisenberg του Σάιμον Στίβενς (αρχική γλώσσα γραφής Αγγλικά) σε μετάφραση του Μενέλαου Καραντζά
Heisenberg, by Simon Stephens, translated from English by Menelaos Karantzas
– Το μικρό πόνι του Πάκο Μπεθέρα (αρχική γλώσσα γραφής Ισπανικά) σε μετάφραση της Μαρίας Χατζηεμμανουήλ.
Το μικρό πόνι (El pequeño poni), by Paco Bezerra, translated from Spanish by Maria Chatziemmanouil
– Η κοπέλα από το πρακτορείο ταξιδίων μας είπε ότι το διαμέρισμα έχει πισίνα του Πάμπλο Γκισμπέρτ (αρχική γλώσσα γραφής Ισπανικά), σε μετάφραση της Κυριακής Χριστοφορίδη
Η κοπέλα από το πρακτορείο ταξιδίων μας είπε ότι το διαμέρισμα έχει πισίνα (La chica de la agencia de viajes nos dijo que había piscina en el apartamento), by Pablo Gisbert, translated from Spanish by Kiriaki Christoforidi

English :
– Mihaela, the tiger of our town – A mockumentary play (Mihaela, tigrul din orașul nostru), by Gianina Cărbunariu, translated from Romanian by James Christian Brown
– A play with four actors and some pigs and some cows and some horses and a prime minister and a Milka cow and some local and international inspectors (Një shfaqje teatri me katër aktorë me disa derra me disa lopë me disa kuaj me një kryeministër me një milka e me disa inspektorë vendës e ndërkombëtarë), by Jeton Neziraj, translated from Albanian by Alexandra Channer
– Who is Mr Schmitt ? (Qui est Monsieur Schmitt ?), by Sébastien Thiéry, translated from French by Charlie Gobbett

Español :
– Ejercicio para rodillas fuertes (Ασκήσεις για γερά γόνατα), por Andreas Flourakis, traducida del griego por Marilena Paterianaki

Français :
– Good Bye Europa. Lost Words de Davide Carnevali, traduit de l’italien par Caroline Michel
– J’appelle mes frères (Jag ringer mina bröder), de Jonas Hassen Khemiri, traduit du suédois par Marianne Segol
– Notre classe (Nasza klasa), de Tadeusz Słobodzianek, traduit du polonais par Cécile Bocianowski

עִבְרִית (Hebrew) :
רכניץ (מלאך החנק) מאת אלפרידה ילינק תרגם מגרמנית חנן אלשטיין
– (Rechnitz), by Elfriede Jelinek, translated from German by Hanan Elstein
גנבים מאת דיאה לוהר תרגמה מגרמנית עינת ברנובסקי
– (Diebe), by Dea Loher, translated from German by Einat Baranovsky
איך אתה מספר את המשחק מאת יסמינה רזה תרגם מצרפתית ניר רצ׳קובסקי
– (Comment vous racontez la partie), by Yasmina Reza, translated from French by Nir Ratzkovsky

Magyar :
– Selection delayed due to force majeure – will be online soon.

Italiano :
– Every Brilliant Thing, di Duncan Macmillan, tradotto dall’inglese da Michele Panella
– Voglio un paese (Θέλω μια χώρα), di Andreas Flourakis, tradotto dal greco da Gilda Tentorio
– Se questo fosse uno spettacolo… (Kad bo ovo bila predstava…), di Almir Imširević, tradotto dal bosniaco da Elisa Copetti

Polski :
– Ja sam uszedłem (Escaped alone), Caryl Churchill, przekład z języka angielskiego Małgorzata Semil
– System Ponziego (Le Système de Ponzi), David Lescot, przekład z języka francuskiego Piotr Olkusz
– Jesień poddanych (Der Herbst der Untertanen), Nino Haratischwili, przekład z języka niemieckiego Iwona Uberman

Português :
– Totalmente Esquecer-te (Totally Over You), de Mark Ravenhill, traduzido do Inglês por Jorge Louraço Figueira
– Quero Um País (Θέλω Μια Χώρα), de Andreas Flourakis, traduzido do Grego por José António Costa Ideias
– O Padrão da Raça (Standard of the Breed), de John Steppling, traduzido do Inglês por Nuno Santos

Română :
– Căpcăuni (Les Ogres), Yann Verburgh, traducere din limba franceză de Eugen Jebeleanu
– Trucul lui Patrick (Patricks Trick), Kristo Šagor, traducere din limba germană de Ciprian Marinescu
– Hikikomori, Holger Schober, traducere din limba germană de Ciprian Marinescu

Shqip (Albanian) :
– Demoni nga Debar Maalo (Demonot od Debar Maalo), nga Goran Stefanovski, përktheu nga maqedonishtja Milena Selimi
– Lasicët (Lasice), nga Bojana Mijović, përktheu nga gjuha malazeze Shkelzen Maliqi
– Mihaela, tigresha e qytetit tonë (Mihaela, tigrul din orașul nostru), nga Gianina Cărbunariu, përktheu nga rumanishtja Ardian Ch. Kyçyku

Türkçe :
– Beklenmeyen Gece (The Way We Get By), yazan Neil La Bute, çevirinin yapıldığı dil İngilizce, çeviren Ceren Aksakal
– Kış Dönümü (Midwinter), yazan Zinnie Harris, çevirinin yapıldığı dil İngilizce, çeviren Rasim Erdem Avşar
– Kosovalı Peer Gynt (Peer Gynti nga Kosova), yazan Jeton Neziraj, çevirinin yapıldığı dil Arnavutça, çeviren Senem Cevher, Arnavutça’dan İngilizce’ye çeviren Alexandra Channer.

Украинский (Ukrainien) :
– Selection delayed due to force majeure – will be online soon.