RAOUL BILTGEN: Der freie Fall

Raoul-Biltgen-by-Gerry-Huberty-2_klein
Raoul Biltgen. – Foto: G. Huberty

DER FREIE FALL ist ein Stück für drei DarstellerInnen, das sich mit unerwartet leichten Mitteln dem Thema „Radikalisierung“ annähert. Die Uraufführung fand im Januar 2016 in Wien am Theater Jugendstil statt. Kannst du uns etwas über den Entstehungsprozess erzählen? Wie stark warst du als Autor in die Proben eingebunden?

DER FREIE FALL war ein Auftragsstück vom Theater Jugendstil, das Thema Radikalisierung war vorgegeben. Der leichte Zugang war für mich von Anfang an sehr wichtig, ich habe nach einer Möglichkeit gesucht, die jungen Zuschauer für die Figuren auf der Bühne zu gewinnen, ohne dass sie sie gleich in Schubladen stecken: Nazi, Terrorist. Erst dann lasse ich die Figuren sich allmählich genau da hin entwickeln. Auf einmal sind sie Nazi und Terrorist. Damit erreiche ich, dass die Zuschauer bei der Entwicklung mitgehen und sie nachvollziehen können. All diese Sachen überlege ich mir als Autor, ehe ich das Stück schreibe und zu den Proben freigebe. Aber ich bleibe dabei, ich verfolge, wie in den Proben die Texte aufgenommen werden, ich kann jederzeit etwas ändern und auch auf Wünsche eingehen. In diesem Fall entstand zum Beispiel die Klammer mit den Superhelden am Anfang und Ende aus den Proben heraus, weil ich einen Superhelden-Vergleich geschrieben hatte, mit dem die SchauspielerInnen und der Regisseur nichts anfangen konnten.

 

DER FREIE FALL spielt unter Jugendlichen, das Stück richtet sich an ein jugendliches Publikum im Alter von 12 Jahren aufwärts. Verändert sich deine künstlerische Herangehensweise, wenn du für junge Menschen schreibst? Richtet sich der Text auch an Erwachsene?

Auf jeden Fall richtet sich das Stück auch an Erwachsene. Es gibt für mich keine Altersgrenze nach oben, nur nach unten. Weil es nun mal manche Themen gibt, mit denen Kinder noch nichts anfangen können, oder auch Herangehensweisen, die sich nicht auf ihr eigenes Leben umlegen können. Aber das ist es auch schon, was einen möglichen Unterschied im Schreiben für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene angeht.

20178720kl_orig
Aus der Inszenierung des Theaters Jugendstil, Wien.

 

In den letzten Jahren wird viel über Theater als politischen Ort oder als Ort der politischen Debatten gesprochen. In welchem Verhältnis siehst du deine eigene Arbeit dazu? Ist DER FREIE FALL ein politisches Stück?

DER FREIE FALL ist ein politisches Stück, so wie jedes Stück, das die Gesellschaft behandelt, in der wir leben, auch eine politische Komponente hat. Allerdings hat dies nichts mit Parteipolitik zu tun. Ich sage nicht: So ist es richtig, so ist es falsch (was die Politik ja sehr gerne mal tut), sondern ich versuche, Gedanken und Gefühle von Menschen nachvollziehbar zu machen. Dass dies dazu führt, anderen Menschen offener gegenüberzutreten, sie anders zu sehen, und zwar als gar nicht mal so verschieden, ist gewünschter Nebeneffekt. Und auf jeden Fall gesellschaftspolitisch von Bedeutung.

 

Du stammst aus Luxemburg, lebst aber bereits seit vielen Jahren in Wien. Du schreibst auf Deutsch – hast du deine Stücke auch schon in Übersetzung erlebt? Wenn ja, was waren deine Erfahrungen damit? Und wurde DER FREIE FALL auch schon mal in Luxemburg gezeigt?

Es gibt zwar ein paar wenige Übersetzungen von Stücken von mir, gespielt wurde aber bis jetzt nur eine, und zwar auf Sorbisch. Leider habe ich die Inszenierung nicht sehen können. Ich habe auch ein paar Stücke auf Luxemburgisch geschrieben, die ich dann selbst ins Deutsche übersetzt habe, die Übersetzungen sind aber noch nicht gespielt. DER FREIE FALL war bis jetzt nur in der Wiener Uraufführungsinszenierung in Österreich zu sehen. Da es aber neben der EURODRAM-Auswahl auch auf die Shortlist des Niederländisch-Deutschen Kinder- und Jugenddramatiker-Preises gekommen ist, hoffe ich auf ein wenig Aufmerksamkeit, dass sich auch andere Theater dafür interessieren. Das Thema wäre ja recht aktuell.

 

EURODRAM hat dem Übersetzer Greg Liakopoulos ein Stipendium des Bundeskanzleramts Österreich vermittelt, um den Text ins Griechische zu übersetzen. Wir freuen uns auf die Übersetzung und sind gespannt, welche Reaktionen DER FREIE FALL in Griechenland auslösen wird. In welche andere europäische Sprache hättest du persönlich eine Übersetzung noch interessant gefunden?

Es geht mir weniger um die Sprache als mehr um ein Land, in dem das Stück dann hätte gespielt werden können. Wie würde man auf meine Herangehensweise an das Thema in Ungarn reagieren? Oder in Frankreich? Italien? Wie ist die Situation in den nordischen Ländern? All das würde mich sehr interessieren. Aber ich weiß auch absolut nicht, wie das Thema gerade in Griechenland behandelt wird, ob es vergleichbar mit dem ist, was wir in Österreich und Deutschland erleben. Auch das durch die Übersetzung zu erfahren, wird noch sehr spannend.

 

Du bist ausgebildeter Schauspieler, hast aber auch als Dramaturg gearbeitet und in den letzten Jahren vermehrt als Psychotherapeut. Wie beeinflussen diese unterschiedlichen Berufszweige dein Schreiben?

Dass ich Schauspieler bin, führt dazu, dass ich sicher sehr praktikabel schreibe, sehr nah an den Figuren bin, es geht mir nicht um irgendwelche verkopften Gedankengänge, die ich mir zuhause austüftele, sondern darum, was auf die Bühne zu bringen. Und ich schreibe sicher auch Texte, die den Schauspielern Futter geben, dass sie was zum Spielen haben. Auch wenn sie sich am Anfang immer darüber beschweren, dass meine Sprache so schwer zu lernen ist. Stimmt nämlich gar nicht. Aber da kommen sie dann schon drauf. Die Dramaturgie hat mich Bescheidenheit gelehrt, vor allem als Schauspieler. Es geht in einem Stück nicht nur um die Hauptrolle. Warum sollte es mir dann als Schauspieler immer nur darum gehen, so viel Text wie möglich zu haben. Die Psychotherapie hat mich sicherlich dazu gebracht, ein anderes, wesentlich tiefer gehendes Menschenbild zu (be)schreiben. Ich erkenne viel mehr, wie „normal“ die meisten Leben sind. Und dass eben aus dieser (vermeintlichen) Banalität auch was Ungewöhnliches entstehen kann. Und dass es genau das ist, was interessant ist. Die außergewöhnlichen Menschen, die von vorneherein etwas Spezielles an sich haben, gerade in Film, Fernsehen und Theater die sogenannten „Bösen“, haben nichts mit uns zu tun. Dafür sind es viel zu wenige. Es werden extrem wenige Menschen durch psychopathische Serienkiller in Clownsmasken dahingemetzelt, aber sehr viele von dem Menschen erschlagen, den sie lieben.

 

Das Gespräch führte Ulrike Syha.

 

INHALTSZUSAMMENFASSUNG

In DER FREIE FALL beschäftigt sich Raoul Biltgen mit dem hochaktuellen Thema „Radikalisierung der Jugend“.

Die beiden Hauptfiguren, Karin und Karim, kommen aus dem rechtsradikalen bzw. fundamentalistisch-islamischen Milieu. Die potentielle Rechtsradikale und der theoretische Dschihadist lernen sich beim Tanzen kennen. Karin und Karim erzählen die Geschichte einer möglichen Radikalisierung und die Geschichte einer beinahe unmöglichen Liebe. Klischees und Vorurteile prallen auf-einander und lassen trotz gegenseitiger Anziehung eine wirkliche Annäherung nicht zu.

2 D / 1 H – ab 12 Jahren

Rechte: Thomas Sessler Verlag, Wien (http://sesslerverlag.at/theater/kontakt/)

 

BIOGRAPHIE

Raoul Biltgen, geboren 1974 in Luxemburg, lebt und arbeitet als freier Schriftsteller, Schauspieler und Theatermacher in Wien. Seit 2015 arbeitet er zusätzlich als Psychotherapeut bei der Männerberatung Wien, am Institut für Forensische Therapie und in der Justizanstalt Sonnberg. Raoul Biltgen war schon dreimal für den Glauser-Preis nominiert (2014 und 2017: Bester Kurzkrimi, 2018: Bester Roman). 2017 war er Preisträger des Niederländisch-Deutschen Kinder- und Jugenddramatikerpreises für „Robinson – meine Insel gehört mir“. 2018 war die Uraufführungsproduktion seines Theaterstücks „Parzival“ für den Stella – Darstellender.Kunst.Preis für jungen Publikum nominiert. Zuletzt erschien sein Roman „Schmidt ist tot“ beim Verlag Wortreich.

www.raoulbiltgen.com

www.adamspricht.com

 

 

Advertisements

AKTIVITÄTEN: Veranstaltung am Theater Drachengasse / Wien

Theaterstücke sollen gespielt werden. Eine sicher häufig genussvolle Lektüre wird dem Wesen von Theaterstücken nicht gerecht, fehlt doch das entscheidende Element: der Körper auf der Bühne.

So war es für das Deutschsprachige Komitee eine besondere Freude, seine diesjährige Auswahl der drei als besonders empfehlenswert empfundenen Theaterstücke auf Einladung des Theaters Drachengasse am 28. November 2016 dem Wiener Publikum vorzustellen.

Aus über 140 Theaterstücken – originalsprachlich deutsch -, die im Jahr 2016 eingesandt wurden, wählte das Komitee Henriette Dushes VON EINER LANGEN REISE AUF EINER HEUTE ÜBERHAUPT NICHT MEHR WEITEN STRECKE, Christina Ketterings ANTARKTIS und Maxi Obexers ILLEGALE HELFER aus.

Schon im vergangenen Jahr konnten wir zum ersten Mal der Einladung des Theaters Drachengasse folgen. Auch in diesem Jahr richteten Sandra Schüddekopf und Milena Michalek wieder drei wunderbare szenische Lesungen ein, die mit ihren jeweils 20 Minuten Dauer die Stücke eindrücklich vorstellten, was ohne den leidenschaftlichen und humorvollen Einsatz der Darsteller*innen nicht möglich gewesen wäre. Roman Blumenschein, Katrin Grumeth, Johanna Orsini-Rosenberg, Christina Scherrer, Lisa Schrammel, Thomas Stolzeti verliehen der Spannung zwischen moralischem und juristischem Recht in den HELFERN, dem tragischen Humor in ANTARKTIS und der Hoffnung und der Verzweiflung in der REISE Stimme und Leben.

img_7897-1
Das Ensemble der szenischen Lesungen: Katrin Grumeth, Thomas Stolzeti, Christina Scherrer, Johanna Orsini-Rosenberg, Lisa Schrammel, Roman Blumenschein – Copyright: Theater Drachengasse

Dank der Unterstützung des Deutschen Literaturfonds konnte das Deutschsprachige Komitee 2016 drei Stipendien finanzieren und drei ÜbersetzerInnen ihren jeweiligen Text-Favoriten in eine andere Sprache übersetzen lassen. Dr. Iwona Uberman übersetzte Henriette Dushes REISE ins Polnische, Katharina Stalder übertrug Christina Ketterings ANTARKTIS ins Französische, und dank Gergana Dimitrova gibt es Maxi Obexers HELFER auf Bulgarisch.

Wir freuen uns, dass von den Autorinnen Christina Kettering und außerdem alle drei Übersetzerinnen anwesend waren und im Gespräch jeweils nach den Lesungen vorgestellt werden konnten. Welche Diskussionen stoßen die HELFER in Bulgarien an, wieso resoniert die REISE in Polen, und was fasziniert ein französisches Publikum an den Ereignissen in der ANTARKTIS? Die Komiteemitglieder Ulrike Syha, Henning Bochert und Christian Mayer diskutierten mit den Gästen und dem interessierten Publikum Fragen zur Situation der Theaterlandschaft in Frankreich, Polen und Bulgarien. Dimitrova, Koordinatorin des bulgarischen Komitees, sprach über den Grenzzaun zwischen Bulgarien und Türkei sowie über ihre Produktionsgruppe 36monkeys, Uberman berichtete über die verheerenden Auswirkungen der rechtskonservativen Politik der Regierungspartei PiS auf das Kulturleben in Polen. Kettering sprach über das Entstehen von ANTARKTIS und Stalder schilderte, auf welche Weise das Stück im französischen Theater rezipiert werden kann.

Wie schon die Veranstaltung im April 2016 beim Festival 4+1 im Schauspiel Leipzig sind Veranstaltungen dieser Art unerlässlich, um unsere Arbeit sichtbar und theatergerecht zu präsentieren. Wir senden einen großen Dank an das Theater Drachengasse und seine Förderer, die die Veranstaltung möglich gemacht haben.

Henning Bochert

img_7886-1
Christian Mayer im Gespräch mit Übersetzerin Gergana Dimitrova. – Copyright: Theater Drachengasse

PORTRÄT: Christiane Kalss (Weitere Empfehlungen)

Zwei Fremde kommen in eine kleine Gemeinde. Wir erfahren nicht, woher sie kommen. Von weit her oder nur aus dem Nachbardorf? Sie werden aufgenommen und unter dem Deckmantel der Nächstenliebe in einer Gemeinde herumgeschoben, die um die Aufrechterhaltung ihres idyllischen Bildes ringt.

Teile dieser Gemeinde sind Heidrun und ihr Sohn. Heidrun macht aus einem alten Bauerhof ein Unternehmen, eine Geburtsklinik mit verschiedenen Angeboten (von der Schaumgeburt bis zur Stallgeburt als Jesuskind sind alle Optionen buchbar), während ihr Sohn immer neue, immer absurder werdende Geschäftsideen hat.

Im Verlauf des Stückes „Die Erfindung der Sklaverei“ dreht sich der Status der Figuren immer wieder. Hinter der Gemeinde steht eine unsichtbare Macht – oder ist es doch die Gemeinde selbst? Ein neoliberales, autoritäres Regime mit einer Blümchenfassade, dem ihre Bewohner ausgeliefert sind.

kalss15
Theaterautorin Christiane Kalss

Das Universum von Christiane Kalss scheint eine leichte, humorvolle Welt zu sein. Eine Oberfläche, an der „alles in bester Ordnung“ ist, schön und heimelig, eine Idylle, die permanent um ihre Außenwirkung bemüht ist. Aber diese Leichtigkeit kaschiert nur die Abgründe. Den Abgrund in den Figuren, ihre Unfähigkeit, sich in dieser neoliberalen Welt zurechtzufinden – aber auch den Abgrund des Systems, das die Figuren zunächst unterstützt, um sie im nächsten Moment in den schönsten Tönen zu verraten. Nichts ist sicher. Und dies gilt für die Bewohner der Gemeinde selbst genauso wie für die von außen Kommenden.

Die Regierung in „Der letzte Mensch auf dem Mars“ zum Beispiel, einem anderen Stück von Christiane Kalss, die sich zunächst eine Marsmission auf die Fahne schreibt, um sie kurze Zeit später für ein prestigeträchtigeres Vorhaben aufzugeben, ganz gleich, ob das Opfer fordert. In diesem Fall die weibliche Hauptfigur, die alleine auf dem Mars zurückgelassen wird.

Oder eben die Gemeinde in „Die Erfindung der Sklaverei“, die sexuelle Verfehlungen ihrer Vorsitzenden beschönigt darstellt und sie dadurch aus der Welt schaffen will, während sie parallel dazu die Bürger für ihre eigenen Zwecke (die Aufrechterhaltung der Gemeinde und ihrer Idylle) missbraucht. Und alles immer nur solange, bis sich eine bessere Möglichkeit bietet. Unheimlich daran ist, dass alle sich dieses Vorgehen ohne ein einziges Widerwort gefallen lassen. Damit gelingt Christiane Kalss eine Zustandsbeschreibung unserer Welt und ihrer Mechanismen mit aktuellen politischen Bezügen, die geschickt eingebunden werden, ohne platt daher zu kommen.

Die soziale Situation ist geprägt von Unsicherheit, von einem absurden Verhältnis der Individuen zur Bürokratie und den Institutionen, die sie umgeben. Institutionen, die noch vorgeben, ihnen zu dienen, sie aber im Grunde nur ausbeuten, ja geradezu versklaven. Dies gilt sowohl für das „System Dorf“ selbst als auch für die Fremden, die dort hinkommen. Das hat etwas Kafkaeskes, Monströses, ist aber immer gepaart mit Humor und verpackt in lakonische Dialoge.

Die Anleihen dafür nähme sie direkt aus der Realität, so die Autorin. „Ich klau gute Geschichten“, sagt sie selbst.  Zuerst gab es den Titel. Auch er steht für reale Tendenzen in der Gesellschaft, eine Zunahme von Arbeitsverhältnissen, die man als moderne Versionen von Sklaverei bezeichnen könnte: Arbeiten ohne Bezahlung, Herstellung von bedingungsloser Abhängigkeit und permanenter Verfügbarkeit.

„Die Erfindung der Sklaverei“ war dieses Jahr zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen und wird am 19. Oktober 2016 auch in einer szenischen Lesung am Staatstheater Karlsruhe präsentiert. Für März 2017 ist die Uraufführung im Theater Drachengasse in Wien geplant.

Sandra Schüddekopf

 

EURODRAM-MITGLIED AURÉLIE YOULIA ÜBERSETZT DAS STÜCK IM AUFTRAG VON EURODRAM INS FRANZÖSISCHE.

 

BIOGRAFIE DER AUTORIN

CHRISTIANE KALSS, geboren 1984, aufgewachsen in der Obersteiermark, lebt in Wien. Sie studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien und nahm 2008-2010 am Lehrgang Forum Text von uniT in Graz teil. Sie schreibt Dramatik.

Nominierungen, Preise, Stipendien (Auswahl): 2007 Nominierung für den Retzhofer Dramapreis — 2009 Jakob-Michael-Reinhold-Lenz-Preis für Dramatik der Stadt Jena für das Stück “Drinnen” — 2009 Dramatikerstipendium des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur — 2009 Teilnahme an stück/für/stück am Schauspielhaus Wien — 2010 Startstipendium für Literatur des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur — 2010 Einladung zu den Werkstatttagen des Wiener Burgtheaters — 2011 Wiener Dramatikerstipendium — 2014 Nominierung für den Leonhard-Frank-Preis des Mainfranken-Theaters Würzburg — 2015/2016 Stipendiatin der Drehbuchwerkstatt München — 2016 Nominierung für den Autorenpreis „Stück Auf!“ der Stadt Essen —Einladung zum Heidelberger Stückemarkt 2016.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

AKTIVITÄTEN: Präsentation der Auswahl 2015 am Theater Drachengasse / Wien

Am 16. November 2015 haben wir in Wien am Theater Drachengasse eine weiteres Mal die Auswahl 2015 des Deutschsprachigen Komitees präsentiert – unsere Premiere in Österreich.

12274602_10153796573806584_3563890118219461672_n
Im Theater Drachengasse, Foto: K.Kukelka

Dank einer großartigen Zusammenarbeit mit dem Theater Drachengasse und dank Unterstützung des Bundeskanzleramts und des Polnischen Instituts in Wien war es uns möglich, einige der Autoren und Übersetzer zu der Veranstaltung einzuladen: Małgorzata Sikorska-Miszczuk (Polen) und ihren Übersetzer Andreas Volk, sowie Maria Tryti Vennerød (Norwegen) und ihre Übersetzerin Nelly Winterhalder.

Das Theater Drachengasse (www.drachengasse.at) ist ein kleineres Theater direkt im Zentrum Wiens, das in seinen Spielplänen einen erkennbaren Schwerpunkt auf zeitgenössische Stoffe setzt. Seit Oktober 2014 hat dort Katrin Schurich die Leitung inne, als Regisseurin selbst gut mit der zeitgenössischen Dramatik vertraut. Wir freuen uns sehr, dass wir sie für diese Kooperation gewinnen konnten.

Auf eine kurze Einführung in die allgemeine Arbeit von EURODRAM und seiner Sprachkomitees durch Ulrike Syha (Koordinatorin des Deutschsprachigen Komitees) folgten etwa zwanzigminütige Lesungen der drei Stücke der Auswahl 2015, eingerichtet von Sandra Schüddekopf und Milena Michalek.

12247176_10153796580466584_8464965741707352694_n
Lesung „Eine nicht umerziehbare Frau“, Foto: K. Kukelka

„EINE NICHT UMERZIEHBARE FRAU“ von Stefano Massini (Aus dem Italienischen von Sabine Heymann). (Lauke-Verlag)

Es lasen: Barbara Gassner, Thomas Stolzeti, Felix Kreutzer; Einrichtung: Sandra Schüddekopf

12240061_10207897664497800_5554931261179173699_n
Lesung „Der Koffer“, Foto: U. Syha

„DER KOFFER“ von Małgorzata Sikorska-Miszczuk (Deutsch von Andreas Volk). (Kaiser-Verlag)

Es lasen: Barbara Gassner, Thomas Stolzeti, Alexander Braunshör, Lisa Schrammel; Einrichtung: Sandra Schüddekopf

12278999_10153796587701584_9100519008016745743_n
Lesung „Die Prüfung“; Foto: K. Kukelka

Für die Lesung des dritten Textes ist es den Kollegen in Wien gelungen, eine Kooperation mit einer Schauspielschule in die Wege zu leiten; die Rollen der Schüler in „Die Prüfung“ wurden von jungen Studierenden der Privatuniversität Konservatorium Wien gelesen – eine große Bereicherung.

„DIE PRÜFUNG“ von Maria Tryti Vennerød (Aus dem Norwegischen von Nelly Winterhalder). (TM-Verlag)

Es lasen: Lisa Schrammel, Alexander Braunshör, Teresa Maria Hager, Sören Kneidl, Felix Kreutzer, Eleni Stampfer, Constanze Winkler; Einrichtung: Milena Michalek

Im Anschluß an die jeweilige Lesung stellten sich die anwesenden Autoren und Übersetzer den Fragen der EURODRAM-Mitglieder Henning Bochert und Christian Mayer und des Publikums und gaben Auskunft über ihre Texte, den Vorgang des Übersetzens, neue Projekte und die zeitgenössische Theaterszene in ihren jeweiligen Ländern. Gespräche, die auch nach Ende der Veranstaltung fortgeführt wurden.

12219468_10153796588791584_7798412475996585061_n
Die norwegische Autorin und ihre Übersetzerin im Gespräch mit Christian Mayer; Foto: K. Kukelka

Ein Zuschauer sagte am Ende an der Bar, er habe den gesamten Abend wie eine kleine Reise empfunden durch die unterschiedlichen Regionen Europas mit ihren jeweiligen Themen und Fragestellungen. Wenn sich das hergestellt hat, freuen wir uns natürlich ungemein.

12227627_10153796585376584_1242429565446091691_n
Die polnische Autorin und ihr Übersetzer im Gespräch mit Henning Bochert, Foto: K.Kukelka

Mit dieser Veranstaltung in Wien verabschieden wir uns von der Auswahl 2015, die uns über das Jahr sehr ans Herz gewachsen ist. Wir bedanken uns herzlich bei der Theaterleiterin Katrin Schurich, bei Sandra Schüddekopf und Milena Michalek, den Schauspielern und allen anderen Beteiligten und Unterstützern vor Ort.

Kommende Woche startet die Ausschreibung 2016. Wir freuen uns schon jetzt auf die neuen Texte und die Menschen dahinter.

Über den Start der Ausschreibung informieren wir Sie getrennt auf diesem Blog.